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15.10.2026

Wie soziale Medien und KI die Urlaubswahl neu gestalten

Personnes consultant des publications de voyage sur smartphone et tablette pour choisir une destination

Eine Schweizer Umfrage von Marketagent im Auftrag von Dertour Schweiz zeigt, dass soziale Medien zwei Drittel der Nutzer bei ihren Reisen inspirieren, vor allem die Jüngeren. Parallel dazu verändert die künstliche Intelligenz die Suche und Buchung — mit Chancen und Grenzen.

Soziale Medien: erster Auslöser für viele Reisende

Eine repräsentative Studie von Marketagent im Auftrag von Dertour Schweiz (1.000 Personen, alle Sprachregionen und Altersgruppen) bestätigt, dass soziale Medien erheblich zur Reiseinspiration beitragen: 96 % der Befragten nutzen diese Plattformen zumindest gelegentlich, und 66 % geben an, dort eine Idee für ein Reiseziel gefunden zu haben.

Die Sensibilität variiert deutlich je nach Generation: 89 % der Generation Z (1994–2010) und 78 % der Millennials (1980–1993) haben bereits Inspiration in sozialen Medien gefunden, gegenüber 49 % der Generation X (1965–1979) und 34 % bei den Babyboomern (1946–1964).

„Heutzutage sind soziale Medien häufig der erste Auslöser für eine Reise.“

Wer beeinflusst wirklich?

  • Die Hälfte der Nutzer lässt sich zuerst von Beiträgen von Freunden, der Familie oder Bekannten inspirieren.
  • Professionelle Anbieter (Hotels, Unternehmen, Destinationen) erreichen 35 % der Befragten; Reiseinfluencer sowie Reiseveranstalter, Agenturen und Buchungsplattformen erreichen jeweils etwa 30 %.
  • Generationelle Ausnahme: Bei der Generation Z geben 52 % an, von Reiseinfluencern inspiriert zu werden, fast auf Augenhöhe mit dem Einfluss von Angehörigen (55 %). Bei den Babyboomern spielen Influencer nur mit 7 % eine Rolle.

Was auf den sozialen Medien anzieht

Die Inspirationsmotive sind nicht nur kommerzieller Natur: 47 % der Nutzer suchen vor allem nach Schnäppchen und weniger bekannten Orten, 46 % reagieren auf Bilder und Eindrücke einer Destination und 43 % suchen praktische Tipps (Hotels, Restaurants, Aktivitäten). Rabatte oder Sonderangebote folgen mit 31 %; konkrete Routenvorschläge begeistern 25 %.

Von der Inspiration zur Entscheidung: messbarer Einfluss

Wenn die Inspiration Anklang findet, verwandelt sie sich oft in eine konkrete Entscheidung: 54 % derjenigen, die eine Idee in den sozialen Medien gefunden haben, geben an, dass diese bereits die Wahl einer Aktivität oder eines Ausflugsortes beeinflusst hat. Genauer gesagt ließen sich 51 % bei der Wahl des Reiseziels leiten, 48 % bei Restaurants oder Bars, 43 % bei der Unterkunft und 31 % bei der Reiseroute.

Der „Hype“-Trend hat einen zwiespältigen Effekt: 45 % der Nutzer zeigen ein gesteigertes Interesse, wenn ein Ziel stark in den Netzwerken vertreten ist (36 % möchten sich näher informieren, 8 % wollen es bald besuchen). Umgekehrt nimmt das Interesse bei 28 % ab, wenn ein Ziel zu „gehyped“ wird (20 % finden es weniger attraktiv, 8 % verlieren jegliches Interesse). Insgesamt geben 62 % an, dass die Popularität in den Netzwerken ihre Anziehungskraft erhöht — doch nur 21 % der Babyboomer teilen dieses Empfinden.

Besucher sind mehreren Einflüssen ausgesetzt: verschiedene Kanäle laufen zusammen

Soziale Medien sind nicht die einzige Quelle: Die von Dertour zitierte Allianz Partners-Studie gibt an, dass 21 % der Personen soziale Medien zu ihren Inspirations- und Informationsquellen zählen, gegenüber 42 % für Familie und Freunde, 41 % für Online-Reiseplattformen und 38 % für Internetrecherchen. In der Praxis sind Besucher mehreren Kanälen ausgesetzt und nutzen oft eine Kombination aus persönlichen Empfehlungen, sozialen Inhalten und Buchungsplattformen, bevor sie ihre Wahl abschließen.

Wenn KI ins Spiel kommt

KI verändert die Suche und Planung: Konversationelle Anfragen (z. B. „Schlage mir ein Hotel vor, das zu einem Paar in den Dreißigern mit einem Baby passt…“) ersetzen nach und nach einfache Schlüsselwörter. Algorithmen bevorzugen relevante, teils nischenhafte Angebote und integrieren kurze, authentische Videoinhalte, die täglich in den Netzwerken veröffentlicht werden.

Konkret hat sich OpenAI mit Akteuren wie Booking.com und Expedia verbündet, um Planungen und Buchungen via Chatbot zu ermöglichen. Parallel dazu verzeichnet die ABTA einen Anstieg der Nutzung von KI zur Reiseplanung (etwa 8 % gegenüber 4 % im Jahr 2024).

Doch KI hat ihre Grenzen: Britische Studien melden, dass 37 % der Nutzer die Informationen als unzureichend bewerteten und 33 % falsche oder irreführende Empfehlungen identifizierten. Faktenfehler oder unrealistische Vorschläge wurden berichtet, was an die Notwendigkeit erinnert, Quellen zu vergleichen und menschliche Prüfungen vorzunehmen.

Soziale Medien sind heute ein wesentlicher Auslöser für Reisen, vor allem bei Jüngeren, sie gehören jedoch zu einem multikanalen Ökosystem, in dem Familie, OTAs, die Online-Recherche und inzwischen auch KI jeweils eine Rolle spielen.

Die Tourismusanbieter müssen sich an visuelle, authentische und oft tägliche Inhalte anpassen, dabei jedoch bedenken, dass KI zwar nützlich ist, aber keinen kritischen Blick und den Abgleich von Quellen ersetzt.

Quellen