ANMSM veröffentlicht Zahlen, die ein erneutes Interesse an Bergorten im Sommer zeigen – ein Trend, der als „coolcation” bezeichnet wird und zugleich Fragen zum Umgang mit Ressourcen und Besucherströmen aufwirft.
Numerische Einschätzung: Anstieg der Sommerauslastung
Die National Association of Mayors of Mountain Resorts (ANMSM) meldet eine Gesamtbelegungsrate von 65,8 % für den Sommer und verzeichnet damit eine Zunahme gegenüber 2025. Der Ausgangstext zeigt allerdings eine leichte Unklarheit: Eine Zusammenfassung spricht von einem Anstieg um 2 %, während die Details +2,5 % gegenüber Sommer 2025 (und +5 % über zwei Jahre) angeben.
Unterschiede nach Gebirgszug und Unterkunftsart
- Nach Gebirgszug: Pyrenäen 69,8 % (+4 % gegenüber Sommer 2025), Nordalpen 64,6 % (+2,3 %), Südalpen 66,8 % (+1,2 %) — die Südalpen weisen den höchsten absoluten Wert auf.
- Nach Unterkunft: Ferienanlagen 74,1 % und Hotels 67,9 % bleiben stabil. Ferienparks gewinnen 3,3 Prozentpunkte auf 68,4 %. Vermittlungsagenturen legen um 3,5 Prozentpunkte auf 50,6 % zu.
Kundenprofil
Französische Gäste machen 81,7 % der Sommerurlauber in den Orten aus. Unter den ausländischen Besuchern stellen die Niederländer 26 % der internationalen Kundschaft, die Belgier 25 % und die Briten 13 %.
Attraktivität, Angebote und Grenzen
Die ANMSM stellt fest, dass die Berge zunehmend als Zuflucht vor Hitzewellen dienen und die Orte ihr Angebot (Aktivitäten, Sport- und Kulturveranstaltungen) diversifizieren, um Besucher auch außerhalb der Wintersaison anzuziehen. Alexis Gardy (Präsident der Belambra-Clubanlagen) wird zitiert:
“Die Beliebtheit von Sommerurlauben in den Bergen setzt sich immer mehr durch.”
Ressourcen- und Verkehrsstrommanagement
Jean-Luc Boch, Präsident der ANMSM, warnt vor den Folgen der steigenden Besucherzahlen: Druck auf Wasserressourcen, die Fragilität natürlicher Lebensräume und starke Besucherbelastung an bestimmten Orten. Er fordert, “ein Modell zu schaffen, das Attraktivität und Erhalt der Regionen in Einklang bringt.”
Regionale Perspektiven
In Okzitanien liegt die Gesamtzahl der Tourismusnächte im Juli 2026 gegenüber Juli 2025 um 3 bis 6 % niedriger, doch die rein bergbezogenen Gebiete schneiden besser ab: 54 % der dortigen Tourismusanbieter schätzen die Auslastung als höher oder gleich wie im Juli 2025 ein.
In Auvergne-Rhône-Alpes treiben die Berge die Aktivität, und die internationale Kundschaft bleibt trotz “eingeschränkter Kaufkraft” wichtig. 65 % der Ortsverantwortlichen sind optimistisch für den Sommer, und 61 % der Unterkunftsanbieter teilen diese Sicht. Im Gegensatz dazu sind Betreiber von Outdoor-/Freizeit-/Kulturangeboten (51 %) und Gastronomen (40 %) zurückhaltender. Fachleute in ländlichen Regionen, im Süden und in der Metropole Lyon melden Zufriedenheitswerte unter 50 %.
Schließlich beobachten 51 % der Fachleute eine gestiegene Nachfrage nach Ladestationen für Elektrofahrzeuge, neun Punkte mehr als ein Jahr zuvor.
*ANMSM-Daten vom Unternehmen G2A basierend auf 515.000 Betten. Beobachteter Zeitraum: 04. Juli bis 22. August 2026. Datenfinalisierung am 26. August 2026.
Quelle: lechotouristique.com