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22.09.2026

Barometer CTT 2026: Die KI verändert den Tourismus rasant

Conférence de présentation du baromètre IA du CTT lors du salon IFTM à Paris, intervenant sur scène

Der dritte Barometer des Club Tourisme & Technologie, vorgestellt auf der IFTM, und eine parallel durchgeführte Umfrage von L’Écho touristique liefern eine präzise Bestandsaufnahme der Einführung von Künstlicher Intelligenz im Sektor: massive Nutzung, unzureichende Regelungen und seltene Schulungen.

Beschleunigte Adoption: Die KI ist zu einem täglichen Werkzeug geworden

Der dritte Barometer zur Künstlichen Intelligenz, den der Club Tourisme & Technologie (CTT) veröffentlicht hat, wurde während der IFTM in Paris vorgestellt. Die Umfrage, durchgeführt unter den Mitgliedern des Clubs – Entscheidungsträgern aus dem Tourismus mit stark tech-orientierten Profilen – zeigt einen starken Anstieg der Nutzung: 90 % der CTT-Mitglieder geben an, 2026 täglich KI zu verwenden, gegenüber 48 % im Jahr 2025. Die Antworten wurden zwischen dem 23. Juni und dem 31. August 2026 gesammelt.

Welche Werkzeuge und welche Nutzung?

Unter den bevorzugten Werkzeugen bleibt ChatGPT von OpenAI der Haupteinstieg (72 %), doch werden auch Claude von Anthropic (69 %) und Gemini von Google (52 %) häufig genannt. Das französische Modell Vibe von Mistral taucht in den Antworten nahezu nicht auf.

Alle befragten CTT-Mitglieder nutzen KI zur Informationsrecherche, ein Umbruch, der laut den Verfassern des Barometers «die größte Nutzungsrevolution seit der Gründung von Google 1998» darstellt.

Die KI schafft die größte Nutzungsrevolution seit der Gründung von Google im Jahr 1998.

Die Umfrage betont jedoch eine zahlenmäßige Einordnung zur Vorsicht: Google dominiert weiterhin beim Suchvolumen (etwa 15 Milliarden Anfragen pro Tag) gegenüber den rund 2,5 Milliarden täglichen Anfragen, die ChatGPT zugeschrieben werden, was zeigt, dass die Nutzungen nebeneinander bestehen, die KI aber an zentraler Bedeutung gewinnt.

Agentik: erste Implementierungen

Der Barometer hat erstmals die Nutzung der Agentik, KIs, die fähig sind, autonom zu handeln, um komplexe Aufgaben zu erfüllen, untersucht. Ergebnis: 19 % der Mitglieder geben an, Agentik in großem Maßstab eingeführt zu haben, und 32 % haben mit einer Einführung begonnen. Das deutet auf ein zunehmendes Gewicht automatisierter Systeme in verschiedenen Funktionen des Tourismus hin.

Regelwerk und Ausbildung: anhaltende Defizite

Obwohl sich die KI schnell verbreitet, bleibt der Nutzungsrahmen unvollständig. Unter den CTT-Mitgliedern geben 45 % an, dass ihr Unternehmen über eine offizielle Richtlinie mit klaren Regeln verfügt, während 41 % angeben, dass diese Arbeit in Ausarbeitung ist. Die Ergebnisse unterscheiden sich deutlich in der größeren Stichprobe von L’Écho touristique: Von 210 Tourismusexpertinnen und -experten (Agenturen, Reiseveranstalter, Plattformen …) geben nur 57 % an, die KI täglich zu nutzen, und 19 % sagen, sie hätten klare Nutzungsregeln.

Die Ausbildung ist besonders unzureichend: Nur 11 % der Beschäftigten geben an, eine vollständige Schulung zur KI erhalten zu haben. Gleichzeitig befürchtet jeder zweite Beschäftigte, dass die KI mittelfristig seinen Arbeitsplatz gefährden könnte.

Von Führungskräften identifizierte Risiken

Auf Seiten der Führungskräfte treten vorrangig zwei Risiken hervor: Fehler oder sogenannte «Halluzinationen» der KI-Tools und die Sicherheit/Vertraulichkeit von Kundendaten. Diese Bedenken erklären weitgehend den Aufruf zur Einführung guter Praktiken, interner Richtlinien und gezielter Schulungen, die bislang jedoch zu wenig verbreitet sind.

Die Ergebnisse stammen aus zwei sich ergänzenden Erhebungen: der internen Umfrage unter den Mitgliedern des CTT und der Befragung der Leserschaft von L’Écho touristique, durchgeführt zwischen dem 23. Juni und dem 31. August 2026.

Der Club Tourisme & Technologie ist ein Think Tank, der sich der Innovation widmet und rund fünfzig Entscheidungsträger aus Reise- und Digitalbranche zusammenbringt.

Die US-amerikanischen KIs ziehen die meiste Aufmerksamkeit auf sich: ChatGPT dominiert, vor Claude und Gemini. Mistral bleibt noch zurückhaltend.

Der Barometer hebt einen Wandel in den Nutzungsgewohnheiten und eine zwingende Notwendigkeit hervor: diese Transformation durch operative Regeln, Ausbildungen und geeignete Sicherheitsmaßnahmen zu begleiten, damit KI zu einem produktiven Hebel wird, ohne die Risiken für Unternehmen und Beschäftigte zu erhöhen.

Quelle : Barometer CTT zur Künstlichen Intelligenz: Das Wesentliche